Großer Erfolg mit Remote-Inbetriebnahmen

08 Mär 2021

Unsere Branchenexperten geben Einblicke, wie Inbetriebnahmen mit Hilfe von digitalen Lösungen gelingen.

Als Partner in allen Prozessschritten, möchten wir unsere Kunden auch in Zeiten von Corona gewohnt zuverlässig unterstützen! Besonders herausfordernd gestaltete sich dies zu Beginn der Kontaktbeschränkungen in Bezug auf die Inbetriebnahmen unserer Maschinen: Da unsere Techniker, je nach Regelungen im Kundenunternehmen, nicht vor Ort sein konnten, hat Kiefel digitale Möglichkeiten etabliert, um den Vorgang in gleicher Qualität remote durchzuführen. Vertreter unserer drei Branchen Packaging, Medical und Service geben im folgenden Interview Einblicke.

 

1) Wie häufig hat Kiefel schon Remote-Inbetriebnahmen durchgeführt?

Mathias Bachmair (Medical): In den letzten Jahren fallweise, in 2020 wurden Remotemöglichkeiten bei nahezu jedem Projekt genutzt.

Olaf Tanner (Packaging): Erste Remote-Inbetriebnahme seit Beginn der Pandemie war eine KMD 78 zur Herstellung von Schalen für einen Kunden in Israel im April 2020. Bisher sind 10 Online-Inbetriebnahmen im Bereich Packaging durchgeführt worden.

Franz Hogger (Service): Im Bereich Service arbeiten wir schon seit über 20 Jahren mit Online-Diagnosetools zur Fernwartung. Damit schalten wir uns remote auf Maschinen beim Kunden, um Parameter auszulesen und ggf. Fehler zu beheben. Wir unterstützen unsere Kunden auf diese Weise fast täglich.

2) Über welche Medien erfolgt die Kommunikation während der Inbetriebnahme?

Olaf Tanner (Packaging): Um die Remote-Inbetriebnahme bei uns und beim Kunden möglichst anschaulich und greifbar durchzuführen, installieren wir Kameras an den Maschinen für Live-Übertragungen, drehen Videos, die die Funktionalitäten belegen und tauschen uns mit unseren Kunden stetig über verschiedene Videokonferenztools, Telefon oder per E-Mail aus. Auf die Anlagen greifen wir über MB-Connect zu, einer kleinen Hardware-Komponente, die den Remote-Zugriff auf die Maschine ermöglicht.

Franz Hogger (Service): Wir greifen zusätzlich zu bereits genannten Mitteln noch per Ultra VNC Viewer auf die Visualisierung der Anlage zu.

3) Welche Vorbereitungen müssen für eine Online-Inbetriebnahme getroffen werden?

Olaf Tanner (Packaging): Unsere Maschinen werden aufgrund ihrer Größe nach dem ausführlichen Factory-Acceptance-Test per Video zum Versand in Baugruppen zerlegt und verpackt. Wir erstellen deshalb eine Fotodokumentation von Verpackung und Versand, um die Identifikation und Lokalisierung der Baugruppen in den verschiedenen Packstücken für den Kunden zu erleichtern. Auch schriftliche Montage-, Inbetriebnahmeanleitung und Checklisten mit zahlreichen Abbildungen werden zur Verfügung gestellt. Unterstützung beim Aufbau erhält unser Kunde durch einen ständig verfügbaren Experten bei Kiefel per Videocall. Kundenseitig herzustellen ist insbesondere eine stabile Video-Verbindung. Darüber hinaus die üblichen Vorbereitungen, wie Bereitstellen von Hebezeugen, Vorbereiten des Aufstellplatzes und Einrichten der Anschlüsse.

4) Wie lange dauert eine Online- im Vergleich zu einer Vor-Ort-Inbetriebnahme?

Mathias Bachmair (Medical): Das ist branchenübergreifend abhängig von der Erfahrungen des Kunden mit unseren Maschinen. Da wir im medizinischen Bereich viele Sondermaschinen bauen, kann die Zeitdauer, abhängig vom jeweiligen Maschinentyp mehrfach verlängert sein. Bei den Standardmaschinen in der Verpackungsbranche dauert die Online-Inbetriebnahme dagegen nur unwesentlich länger.

5) Wie schließt Kiefel potenzielle Gefahren für die Anlagenbediener und die Anlagentechnik aus?

Olaf Tanner (Packaging): All unsere Maschinen in allen Branchen beinhalten bereits diverse Sicherheitsfeatures, die potenzielle Gefahren ausschließen. Die Einweisung in die Sicherheitseinrichtungen erfolgt gemeinsam. Der Kunde geht die relevanten Stellen an der Anlage mit einer mobilen Kamera ab, wobei ihm der Kiefel-Experte quasi über die Schulter schaut und die betreffenden Erklärungen gibt und Fragen beantwortet. Dabei wird die Funktion der Sicherheitseinrichtungen gemeinsam überprüft. Anschließend bestätigt der Kunde seine Kenntnis per Unterschrift. Darüber hinaus werden natürlich alle sicherheitsrelevanten Punkte in der Betriebsanleitung aufgeführt.

Franz Hogger (Service): Wir kommunizieren über MB-Connect mit den Kunden, was ein absolut sicheres Verbindungssystem ist. Lediglich wenn der Schutzkreis geöffnet ist, werden Änderungen an den Parametern eingespielt. Zusätzlich zu erwähnen ist, dass wir bei laufender Maschine lediglich remote beobachten, aber nicht aktiv in die Bedienung der Anlage eingreifen – Bedienungshoheit der Maschine liegt weiterhin bei dem Kunden.

6) Welche Erfahrungen hat Kiefel mit Online-Inbetriebnahmen gemacht?

Olaf Tanner (Packaging): Bei einigen Maschinen konnte inzwischen ein erster Servicebesuch gemacht werden, dabei stellten die Techniker durchweg einen einwandfreien Zustand der Anlagen fest. Die Remote-Inbetriebnahme, so wie wir sie durchführen, funktioniert also!

Mathias Bachmair (Medical): Durch die Erfahrungen, die wir durch die verstärkte Online-Inbetriebnahme gemacht haben, haben wir die Vorteile der simultanen Views durch mehrere Kameras auf die Maschine, schätzen gelernt. Dadurch erhalten beide Seiten auch bei einer sehr großen Anlage ein umfassendes Bild.

 

Durch die durchweg positiven Erfahrungen, die wir bislang gemacht haben, können wir unsere Kunden also weiter ermutigen, diese Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Dabei ist es unsere Aufgabe als Maschinenbauer, Vorbehalte auf Kundenseite abzubauen und größtmögliche Transparenz im Prozess zu bieten.

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